Stadtgeschichte

Das große Stadtbild

1742 schuf Goswinus Klöcker das große Bopparder Stadtbild. Mit einer Länge von fast sechs Metern gilt es heute als die größte und detaillierteste historische Darstellung der Stadt.

Stadtbild

Mit der Abbildung von Bad Salzig im Osten bis zum Jakobsberger Hof im Westen bildet es eine Strecke von rund zehn Kilometern ab. Auch wenn einige Gebäude recht detailgetreu dargestellt sind, ging es vermutlich um die Wiedergabe des Stadtwaldes. Für diese Überlegung sprechen einige deutlich hervorgehobene Grenzsteine, von denen einer heute neben dem Stadtbild im Museum zu sehen ist.

Trotz dieser Einschränkung lädt das Bild ein, nicht nur die Stadt zu betrachten, sondern beispielsweise nach Kapellen, Grenzsteinen, Flurkreuzen oder 26 verschiedenen Schiffstypen auf dem Rhein zu suchen.

Das Stadtbild wurde 1985 gründlich restauriert.

Goswinus Klöcker kam aus Koblenz und heiratete am 23. Januar 1731 in Boppard Anna Katharina Maser. Von Beruf war er kaiserlicher Notar und zugelassener Anwalt am Bopparder Gericht.

Warum er das Stadtbild anfertigte, ist heute nicht mehr bekannt. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass er dafür einen Auftrag der Stadt erhalten hatte.

Die Kurfürstliche Burg

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Noch in der Mitte des 18. Jahrhunderts diente ein Teil der Burg als kurtrierisches Zollhaus, andere Teile werden als Kurfürstliche Burg bezeichnet. Heute befindet sich hier mit dem Museum einer der kulturellen Mittelpunkte Boppards.

Der Königshof

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Schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts war der Königshof nur noch in Resten erhalten. Ein Turm ohne Dach und eine zinnenbekrönte Mauer zum Rhein hin sind die Reste der Anlage, von der aus Richard von Cornwall 1257 Boppard belagerte.

Sankt Severus

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Zentral in der Bildmitte und das Bild fast ebenso dominierend wie die Kurfürstliche Burg erhebt sich die 1237 eingeweihte Pfarrkirche Sankt Severus (82). Sie geht auf einen frühchristlichen Kultbau zurück, der im 5./6. Jahrhundert unter Benutzung von Gebäuden des römischen Bades erbaut wurde.

Adlerstein

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Adlersteine markierten den gesamten Grenzverlauf um Boppard. Sie sind auf dem großen Stadtbild überdimensional groß dargestellt, vermutlich, damit sie sofort als Grenzmarken erkannt werden können. Sie tragen als Zeichen den Reichsadler und weisen damit auf ein wichtiges und für die Bopparder Stadtgeschichte bemerkenswertes Ereignis hin: Sie markieren die Grenze des engeren Fiskus Boppard, wie er 1312 dem Trierer Erzbischof und Kurfürsten Balduin von Luxemburg übertragen wurde.

Sankt Martin

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Das außerhalb der Stadtmauern gelegene Kloster geht auf eine Kapelle zurück, die um 915 dem Frauenstift Sankt Ursula in Köln geschenkt wurde. 1425 wurde ein kleiner Frauenkonvent der Beginen erwähnt, der 1485 in ein Franziskanerinnenkloster umgewandelt wurde. In diesen Mauern wohnte und wirkte von 1847 bis 1853 der Arzt, Ethnologe und Japanforscher Philipp Franz Freiherr von Siebold.

Burggeschichte