Banalität ist jeden Bürgers Zier

Datum und Zeit
19/11/2016 - 08/01/2017
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Museum Boppard, Boppard


Kurt Schwitters – Bühne, Kunst, Leben, Weisheiten, Banalitäten und Unsinn
theater am werk und Aloys Rump im Museum Boppard – Schauspiel und Ausstellung
Karten ab sofort erhältlich im Museum!

Textcollage mit Musik
Samstag, 07. Januar 2017,  19:00 Uhr
Sonntag, 08. Januar 2017,  19:00 Uhr

Jeder kennt es: manche Ideen reifen still und im Verborgenen heran und dann plötzlich blühen sie auf und verwandeln sich in konkretes Handeln. So ging es Waltraud Heldermann, der Leiterin des freien Theaters taw-theater am werk e.V. schon lange mit der Idee, Kurt Schwitters’ Werk in einer Bühnen-Präsentation aufleben zu lassen.
Waltraud Heldermann fand in Aloys Rump, Boppard, einen Künstler, der sich schon lange und phasenweise intensiv mit Schwitters’ Schaffen beschäftigte. So schrieb er 2013 einen „Brief an Kurt Schwitters“, gedruckt auf eine Ausgabe der schwarzen Taschen-Edition der Buchhandlung Reuffel.

Bühnen-Präsentation und Ausstellung von Werken Aloys Rumps verbinden sich nun zu einem Gesamt-Kunstwerk in der Kurfürstlichen Burg Boppard, in Kooperation mit dem Museum Boppard.

Die Frankfurter Künstler Christoph Maasch (Schauspieler) und Katrin Zurborg (Jazz-Gitarristin und Komponistin) bringen die Auswahl von Texten mit Musik, die von Waltraud Heldermann ausgewählt und inszeniert wurde, auf die Bühne.

Kurt Schwitters (1887 bis 1948) war als Maler, Bildhauer, Typograph, Graphiker, Bühnenkünstler und Dichter tätig.
Obwohl mit Dada (Stichwort: destruktural, antikonventionell, bewusst politisch) vielschichtig verbunden (gemeinsame Ausstellungen, Freundschaften mit vielen Dadaisten, Veröffentlichungen) zeigt Schwitters Werk aber auch ganz andere Tendenzen, die viel mehr dem Konstruktivismus und Existentialismus zuzuordnen sind. Weshalb in der einschlägigen Dadaliteratur Kurt Schwitters häufig als „Sonderfall“ aufgelistet wird. Jedenfalls hatte Schwitters selbst beispielsweise seine Merzkunst als einen „Hut“ bezeichnet, „der nur auf meinen Kopf passt“.
Schwitters entwickelte ein Verfahren, aus unterschiedlichsten Druckvorlagen und Abfall Collagen zu erstellen. In der ersten Collage war von dem Wort „Commerz“ das Schnipsel „merz“ übriggeblieben und gab dem Verfahren seinen Namen. Merz entwickelte sich dann zu einem Synonym für alle seine Tätigkeiten: Merzmalerei, Merzdichtung, Merzbau, Gesamtmerzkunstwerk.
Er selbst sagt über seine künstlerische Methode: mich beflügelt das Streben, nicht Spezialist einer Kunstart, sondern Künstler zu sein.
Bei der Betrachtung und Deutung Schwitters künstlerischen Schaffens sollte immer der Gedanke mitschwingen, es könnte natürlich überall auch sein Humor durchscheinen.

Schauspiel – Christoph Maasch
Jazz-Gitarre – Katrin Zurborg
Textauswahl und Inszenierung – Waltraud Heldermann
Eine Produktion von  – theater am werk

Dauer der Ausstellung Aloys Rump
19. November 2016 bis 08. Januar 2017